Rundlauf

Die richtige Bereifung für jede Jahreszeit

Drei Reifenarten, zwei Jahreszeiten, eine Entscheidung. Hier steht, welcher Reifen zu welchem Alltag passt und wann der Wechsel ansteht.

Vier Flächen, jede so groß wie eine Handfläche, tragen ein Auto durch Februarnebel und durch Augusthitze. Dieselbe Gummifläche soll auf nassem Laub bei 2 °C halten und auf 45 °C heißem Asphalt nicht schmieren. Das gelingt keinem Reifen gleich gut, und deshalb gibt es drei Bauarten. Welche zu Ihnen passt, hängt an drei Dingen: wo Sie fahren, wie viel Sie fahren und wie viel Aufwand Sie für den Wechsel in Kauf nehmen. Was ein Reifen grundsätzlich leisten muss, steht bei Reifen.

Die Entscheidung in einem Absatz

Fahren Sie überwiegend in der Stadt oder im Flachland, nur wenige tausend Kilometer im Jahr, und ist Schnee bei Ihnen eher die Ausnahme? Dann kommen Ganzjahresreifen in Betracht. Fahren Sie viel, schnell oder in Höhenlagen wie der Schwäbischen Alb, dem Schwarzwald oder dem Allgäu, gehören zwei Sätze in die Garage: Sommerreifen für die warmen Monate, Winterreifen für die kalten. Der Mittelweg ist keine Schande. Er bleibt aber ein Kompromiss, und das sollten Sie wissen, bevor Sie ihn kaufen.

Die drei Reifenarten im Vergleich

Die Tabelle gilt für ein Kompaktklasse-Auto mit Reifen 205/55 R16 aus dem Qualitätssegment und 12 000 km im Jahr. Die Kosten sind eine Rechnung der Redaktion und zählen nur den Teil des Satzes, der in vier Jahren abgefahren wird. Bei zwei Sätzen kommen acht Radwechsel zu je 30 Euro und ein zweiter Felgensatz für 220 Euro hinzu. Alle Annahmen stehen im Einzelnen auf der Seite zu den Ganzjahresreifen.

ReifenartTemperaturfensterBremsweg nassVerschleißKosten über 4 Jahre
Sommerreifenab etwa 7 °Cbei Wärme am kürzesten, unter 7 °C längergering bei Wärme, im Winter nicht gefahren192 € (halbe Strecke)
Winterreifenunter etwa 7 °C, Schnee, Eisbei Kälte am kürzesten, bei Hitze deutlich längerhoch bei Wärme, im Sommer nicht gefahren240 € (halbe Strecke)
Sommer und Winterganzjährig der passendeimmer nahe am Optimumverteilt auf zwei Sätze892 € (mit Wechsel, 2. Felgensatz)
Ganzjahresreifengemäßigte Lagen, ganzjährigMittelweg, bei Hitze etwas längerhöher, ein Satz fährt alles672 € (volle Strecke)

Die Rangfolge kippt mit der Fahrleistung. Bei 6 000 km im Jahr liegt der Vorsprung des Ganzjahresreifens bei über 300 Euro. Ab gut 20 000 km im Jahr sind zwei Sätze die günstigere Lösung, weil ein einzelner Satz dann zu schnell aufgebraucht ist.

Was in Deutschland vorgeschrieben ist

Für Sommerreifen schreibt kein Gesetz einen Termin vor. Bei Winterreifen kennt das deutsche Recht keinen Stichtag, sondern eine Lage: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte darf nur fahren, wer an allen Rädern Reifen mit Alpine-Symbol hat (§ 2 Abs. 3a StVO). Reifen mit bloßem M+S zählen seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr. Wer es trotzdem versucht, zahlt mindestens 60 Euro und bekommt einen Punkt. Im Ausland gelten andere Regeln, teils mit festem Zeitraum und Mindestprofil. Wie die deutsche Regel im Vergleich zu den Nachbarländern aussieht, zeigt die Winterreifenpflicht in Deutschland.

Was es kostet und wann gewechselt wird

Ein Qualitätsreifen in 205/55 R16 kostet 2026 je nach Bauart zwischen 80 und 115 Euro, im Satz also etwa 320 bis 460 Euro. Wie sich die Preise nach Größe, Segment und Service aufteilen, zeigen die Reifenpreise 2026. Dazu kommen Montage und Wuchten, und wer die Räder in der Werkstatt lagern lässt, zahlt dafür meist 40 bis 80 Euro im Jahr. Der Wechsel selbst folgt einer Eselsbrücke, „von Oktober bis Ostern“, und noch mehr dem Wetter. Wie das im Alltag aussieht, steht bei Reifenwechsel-Termin und Einlagerung.